
Geschichte
Das Haus befindet sich inmitten der Stajerska (Slowenische Steiermark). Diese Gegend gehörte viele Jahrhunderte als sog. Untersteiermark zum Herzogtum Steiermark. In Folge der politischen Neuordnungen nach dem I. Weltkrieg 1918 wurden die südlichen Gebiete der Steiermark abgetrennt und dem neu gebildeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeordnet.
Ein Hintergrund dieser Entscheidung mag gewesen sein, dass Deutsch zwar als beherrschende Amtssprache galt und von der gehobenen Beamten- und Kaufmannschaft gesprochen wurde, ansonsten aber die deutschsprachige Bevölkerung sich hauptsächlich auf die Städte wie Marburg (Maribor), Pettau (Ptuj), Luttenberg (Ljutomer) und Friedau (Ormoz) konzentrierte. Die Mehrheit der Bevölkerung insgesamt, vor allem auch in den ländlichen Gegenden, gehörte zur slowenischen Sprachgruppe.
Die vorstehenden Umstände erklären, warum man bei einem Grenzübertritt von Österreich her vorerst nur wenige Änderungen gegenüber dem bislang gesehenen Straßenbild wahrnehmen kann. Auch wird verständlich, warum so viele Einwohner der Stajerska zumindest ein bisschen, häufig allerdings gut deutsch sprechen.
Die Gegend
Die Stajerska unterteilt sich - neben dem Pohorje-Gebirge im NW und dem flachen Draufeld ab Ptuj in drei sanft hügelige Gebiete, in denen vor allem Wein angebaut wird. Neben der Haloze (südlich von Ptuj) und den Slovenske Gorice (zwischen Maribor und Ormoz) ist dies das Gebiet von Jeruzalem-Ormoz (zwischen Ormoz und Ljutomer).
Der Wein
Jeruzalem-Ormoz leitet seinen etwas ungewöhnlichen Namen von dem Dörfchen Jeruzalem auf dem gleichnamigen Weinberg ab. Einer Legende nach sollen hier im späten Mittelalter Kreuzfahrer, die sich die Seepassage ins Heilige Land von Venedig aus nicht leisten konnten, Rast gemacht haben. Da die Schönheit der Landschaft sie gefangen nahm, beschlossen sie, sich dort niederzulassen. Man nannte das Dorf Jeruzalem und war somit eigentlich schon am Ziel.
Es werden hauptsächlich Weißweine produziert, die nach übereinstimmenden Expertenmeinungen die bestens Sloweniens darstellen und auch international keinen Vergleich scheuen müssen. Besonders gut sind der Muskateller (Rumeni Muskat), der Sipon (Basis des ungarischen Tokaiers) sowie der Sauvignon, alle meist regional typisch mit einem gewissen Restzucker vergoren. Wein kauft man am besten beim Erzeuger vor Ort, empfehlenswert sind vor allem die Vinotoc Kos (ca. 700 m neben Ihrem Haus gelegen), das Weingut Kogl (lt. "Johnson" das beste ostslowenische Weingut), Kupljen (sehr gute Weine, ihm gehört auch die "Taverna"), Curin-Prapotnik (international hochprämierte Eisweine), MiroVino (eine Kooperation mit den südsteirischen Winzern Gebr. Polz), Dveri Pax (ein Weingut des Stiftes Admont mit restituierten Weingärten), VeRus (eine Gründung ehemaliger Spitzen-Önologen der ortsansässigen Genossenschaften - von Beginn an hoch prämiert) sowie nicht zu vergessen die ehemalige Genossenschaft Jeruzalem-Ormoz (durchschnittliche Qualität, seit Privatisierung in 2010 deutlich bessere, in dieser Qualität sehr preiswerte Weine) sowie die in Jeruzalem gelegene Vinothek, die fast alle regionalen Weingüter führt.